Trainingslager Kondition und Ausdauer 2009
11. und 12. Juli 2009
Roß- und Buchstein
Es war einmal vor langer Zeit, im frühherbstlichen Hochsommer des Jahres des Herrn 2009, da beschlossen dreizehn wagemutige Ju-Jutsuka, das Joch des Alltags und den Trubel der Großstadt weiter hinter sich zurück zu lassen, und ihre körperliche Kondition und Ausdauer, aber auch ihre geistige Stärke mit den Mächten der Natur zu messen.
Und so trafen sich alsbald zwölf der ihren auf einem kleinen Platz vor einem Ort den man in diesen Tagen schlicht "BePo" nannte, bestiegen nach kurzen Worten der Begrüßung und dem langen Warten auf die beiden, die ohnehin immer oder nur aufgrund der Altersschwäche des Untergrundzuges zu spät kamen, ihre metallenen Motorgespänne und verließen die Tore der erwachenden Großstadt auf der großen Straße gen Süden.
Es ging vorüber an den nach Süden ziehenden Horden der Bewohner der niedrigen Lande, die auf ihrer jährlichen Wanderung mit ihrem Hab und Gut in ihren rollenden Häusern auf den Weg gen der adriatischen und tyrrhenischen See jenseits der Berge waren, auf verschlungenen Pfaden entlang an den Ufern des verlockend zu einer kurzen Rast einladenden Sees tief im Tegernseer Tal. Doch sie ließen sich nicht beirren und gaben weder den Versuchungen der blauen Wasser noch dem Klingeln von Gold und Silber in den höllischen Tiefen der Glückspielhöhle des Bades Wiessee nach. Nein, vielmehr wanden sie sich ihren Weg weiter zwischen die Gipfel der nördlichen Vorhut des großen Alpengebirges, entlang den Pfaden, die Menschen schon seit Jahrtausenden über Stock und Stein zu so wohlklingenden Orten wie dem Achensee und Innsbruck eingeschlagen hatten, bis sie schließlich an ihrer ersten Wegmarke angekommen waren, einer unscheinbaren Weide aus Pfützen, Steinen und Geröll mit dem malerischen Namen Bayerwald, auf der ihre edlen Gespänne verharren würden, bis sie tags darauf wieder aus den steinigen Höhen hinabstiegen .
An diesem fernen und für die Kinder der Stadt so fremdartigen und furchterregenden Ort hieß es nun, ihre Päckchen zu schnüren, eine letzte Stärkung zu sich zu nehmen und nochmals zu warten, denn einer der ihren fehlte noch. Bruder Alexander war mit seinem Gefährt alleine aus der Ferne angereist und war ein wenig vom Weg abgekommen. Doch schließlich fand auch er den richtigen Pfad zur Wiedervereinigung mit der Gruppe der edlen Wanderer, und so konnten sich die wackeren Ju-Jutsuka dem Berg und seinen Herausforderungen stellen. In einer langen, sich den Berg hinauf windenden Schlange folgten sie dem patenten Jäger und Magier Jandalf dem Grünen, der mit seinem langen Zauberstab bewaffnet den Hang hinauf stürmte, um die Gruppe vor allerhand Unheil zu bewahren. Ohne Rast und ohne Ruh fegte er über Stock und Stein hinweg, um sich allen Gefahren entgegen zu werfen, und die Berggeister der gefürchteten Rad-Lermas-Sen zu besänftigen, bevor sie seinen Freunden Schaden zufügen konnten.
Währenddessen nahm die Gruppe der Zwölf auch den ein oder anderen Irrweg in Kauf, doch ohne Unterlass kämpften sie sich den steilen Hang hinauf, durch Regen und Sonnenschein. So manches böses Wort des Missfallens und der Erschöpfung fiel während den Stunden der Entbehrung, doch auch, wenn es plötzlich auch wieder bergab ging und mühsam erkämpfte Meter der Höhe wieder zunichte gemacht wurden, so verließ doch keinen von ihnen der Mut, und durch Ströme aus windgepeitschtem Regen hindurch erklommen sie Schritt für Schritt die Höhen des Roß- und Buchsteins, bis sie schließlich inmitten der die Berggipfel einhüllenden Wolken die warmen Hallen der Tegernseer Hütte erreicht hatten, wo der mürrische Wirt sie mit trockenen Lagern, kalten Getränken und warmen Speisen beglückte.
Nach einem langen Abend voller kulinarischer Freuden und Gelächter, und einer Nacht des unruhigen Schlafs in stickiger Luft nahmen unsere wackeren Recken ihr karges Frühstück für einen wahrhaft königlichen Preis zu sich und machten sich nach einem kurzen Lauf hinauf auf einen der Zwillingsgipfel, um die Lage zu erkunden, auf den langen, steinigen und für einige auch glatten Weg gen Tal, wo ihre Gespänne treu auf sie warteten. Lange Zeit ging es in engen Serpentinen hinab, doch nach einer kurzen, erfrischenden Rast an einer kleinen Gaststätte marschierte die Gruppe auf breiten Straßen weiter den Berg hinab, bis sie in das breite Tal eines Bergbaches kamen, das von einigen irreführenden Geistern als "Klamm" verschrien worden war. Immer entlang dieses Baches, dann über breite Wege entlang eines größeren, für uns jedoch namenlosen Stromes, legten die Füße unserer Recken Meter für Meter zurück, bis sie sich schließlich wieder in den metallenen Gefährten ausruhen konnten und voller Erschöpfung, aber auch Zufriedenheit auf ein anstrengendes und lohnendes Wochenende zurückblicken konnten.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wandern sie bald wieder.
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